Die Klasse 1 für Ausbildungsvorbereitung (AV 1) gehört zur Abteilung Berufliche Grundbildung am Adolph-Kolping-Berufskolleg. In diesem einjährigen Bildungsgang in Teilzeitform besuchen die Jugendlichen an zwei Tagen in der Woche das Berufskolleg und werden an den restlichen drei Tagen im Rahmen der „Berufsvorbereitenden Bildungsmaßnahmen“ (BvB) von verschiedenen Trägern betreut. Der Erwerb des Hauptschulabschlusses nach Klasse 9 ist möglich, aber für die AV 1 nicht vorgesehen.

Der Stundenplan der AV 1 sieht an einem Tag in der Woche „Projektarbeit“ vor. Dann werden Themen wie Erste Hilfe, Weltreligionen oder Nachhaltigkeit als Unterrichtsprojekte umgesetzt. Bei der Themenfindung und der Projektplanung berücksichtigen die Lehrer bewusst auch die Interessen der Schüler. Klassenlehrer Gavin Bühning hat am Ende dieses Schuljahres das Thema „Fotografieren“ als Projekt aufgezogen, was zum Profilbild des Adolph-Kolping-Berufskollegs als „Gestalterschule“ passt.

 An dem Projekt beteiligte sich auch Christian Wolff als Deutschlehrer, um für inhaltliche Impulse und Fotomotive zu sorgen. Da der Lehrplan im Fach Deutsch das Thema „Kurzgeschichten“ vorsieht, bot es sich an dies mit der Fotografie zu verbinden. Fachlehrer Christian Wolff bemerkt dazu: „Meine Intention war es, die Schüler an Literatur heranzuführen, kreativ mit den Geschichten zu arbeiten und gleichzeitig Lernfortschritte mit der Kamera als ‚Gestaltungsmedium‘ zu erzielen.“

 Behandelt wurden Kurzgeschichten von Kai Fischer, Walter Helmut Fritz und Karl Olsberg. Taten sich die Schüler anfangs bei der Produktion einer Foto-Story noch schwer, sich in den Rollen fotografieren zu lassen, so hat ihnen die Gestaltung der Rollen mit Hilfe kleiner Requisiten umso mehr Freude bereitet.

In einem zweiten Schritt sollten sich die Schüler freischreibend in die Situation einer Hauptfigur hineinfühlen und anschließend deren innere Erlebnisse durch Fotos illustrieren.

Dazu haben die Schüler in der Münsteraner Innenstadt mit ihren Smartphones Fotos gemacht und dabei bewusst Verfremdungseffekte erzielt, indem sie aus dem Bus heraus fotografiert oder Spiegelungen in Schaufensterscheiben genutzt haben.

Die Gestaltung der Fotos als Geschichte erfolgte dann „analog“ per Hand mit Schere und Klebestift, da die digitale Bearbeitung am PC die meisten Schüler noch überfordert hätte.

 

Fazit: Die Schüler konnten während der Projektarbeit ein hohes Maß an Kreativität, Empathie und Spaß entwickeln und damit beste Voraussetzungen für sinnstiftendes Arbeiten erleben. Alle Beteiligten sind sich einig, dass sich noch viele Ideen in ähnlichen Projekten umsetzen lassen.

 

Text: Christian Wolff und Werner Grundhoff

Foto: Christian Wolf