Nach über 30 Jahren Dienstzeit am Adolph-Kolping-Berufskolleg tritt Schulleiter Martin Lohmann am 1. Februar 2018 seinen wohlverdienten Ruhestand an. Der gebürtige Sauerländer kann als echtes Urgestein des Kollegiums gelten: Mit den Fächern Deutsch, katholische Religionslehre und Ernährungswissenschaften trat er - nach seinem Studium in Freiburg und Münster, einer erfolgreichen Ausbildung als Bäcker (und Tischler!) und Stationen an anderen Schulen - im Jahre 1986 seinen Schuldienst am Adolph-Kolping-Berufskolleg an. Nach knapp sechsjähriger Tätigkeit als „Stellvertreter“ übernahm er dort am 1. Februar 2012 das Amt des Schulleiters.

Die leitende Regierungsschuldirektorin Monika Appler lobte im Rahmen der Feierstunde am Nachmittag des 30. Januar 2018 Lohmanns „modellhafte“ Karriere und seinen unermüdlichen Einsatz für die Belange der Berufskollegs: „Martin Lohmann hat stets den Lehrer und die Lehrerin als wichtigstes Medium der Ausbildung begriffen und die Überzeugung vertreten, dass Bildung immer Menschenbildung ist.“ Er stehe in vorbildlicher Weise für Einsatz, Verantwortung, Seriosität und Loyalität. Anschließend überreichte Frau Appler Martin Lohmann die Urkunde seiner Versetzung in den Ruhestand.

Stadtdirektor Thomas Paal betonte Lohmanns stets zupackendes Wesen im Dienste seiner Sache, in deren „Mittelpunkt immer der Mensch“ gestanden habe. Besonders hob der Stadtdirektor das Engagement des Adolph-Kolping-Berufskollegs bei der konsequenten Integration der Flüchtlinge in das Programm und das Leben der Schule hervor. Daneben lobte er auch das gelungene Konzept und die erfolgreiche Arbeit der Schülerfirma ARKADIEN GALERIE ARTOTHEK als Beleg dafür, dass Schule weit mehr sein könne als bloße Simulation der Wirklichkeit. Paal wollte auch nicht verhehlen, dass Lohmanns konsequente und ausdauernde Art ihn als Stadtdirektor „nicht selten gefordert“ habe.

Matthias Berger als Schulformsprecher der Münsteraner Berufskollegs lobte den scheidenden Schulleiter als „Teamplayer par excellence. Martin Lohmann ist ein Mensch, der ein Team erfolgreich macht.“ Er habe stets eine eigene Meinung gehabt und diese auch vertreten, sodass es Bergers besonderer Wunsch sei, dass Lohmann auch künftig – wo und wie auch immer – seine Stimme erheben möge.

Luis Mogdans, der Schülersprecher des Adolph-Kolping-Berufskollegs, überbrachte im Namen der gesamten Schülerschaft seinen Dank: „Herr Lohmann hatte wie kein anderer immer ein offenes Ohr für alle Schüler.“ Bereits am Vormittag hatten Schülervertreter aus allen Bildungsgängen dem Schulleiter eine rührende Überraschung beschert, als sie sich vor seinem Büro versammelt hatten, um ihn mit handgefertigten internationalen Backwaren und den dazu passenden Rezepten zu überraschen.

Ricarda Holz, die Vorsitzende des Lehrerrats am Adolph-Kolping-Berufskolleg, machte in ihrer Danksagung deutlich, dass Martin Lohmann nicht nur der „Chef“ der Schule gewesen sei, sondern „dass das Verhältnis der Lehrerinnen und Lehrer zu dir von Vertrauen, Respekt und Wertschätzung gegenüber allen Mitarbeitern der Schule geprägt worden ist.“ Dieses gegenseitige Vertrauen und die Wertschätzung seien keinesfalls „automatisch vorhanden. Sie sind auf dein persönliches Engagement, deinen klugen Kopf, deine zupackende Hand und dein großes Herz zurückzuführen.“ Das Lehrerkollegium sei durch die von Lohmann geprägte Schulkultur „hoch motiviert und engagiert“. Als Beweis dafür stehe die am vorherigen Wochenende begangene große Überraschung- und Abschiedsparty, die die Lehrerschaft ihrem „Chef“ spendiert habe. Neben anderen Geschenken war es vor allem der „Flashmob“, ein vom gesamten Kollegium einstudierter Tanz, der den Schulleiter - nach eigenem Bekunden - in Gänsehaut versetzte und nur den Auftakt einer herrlichen Ballnacht bildete.

Das letzte Wort hatte der „Chef“ persönlich. In seiner typisch verschmitzten Art richtete er zunächst allen am in- und externen Schulleben Beteiligten seinen Dank aus: „Gedenke der Quelle, wenn du trinkst. Die Quelle meiner Energie als Schulleiter waren die Menschen, mit denen ich es zu tun hatte: Schüler, Eltern, Kollegen, Vertreter der Schulaufsicht und des Schulträgers, Arbeitgeber und Vertreter der IHK, der Handwerkskammer sowie der Kreishandwerkerschaft. Alle Menschen haben mich ermutigt, mir Vertrauen geschenkt und Sorgen und Freuden mit mir geteilt.“ Schulleiter Lohmann betonte, dass das Berufskolleg als einzige Schulform alle Schichten unserer Gesellschaft unter einem Dach repräsentiere: „Hier steht der künftige Akademiker neben dem künftigen Hartz-IV-Empfänger. Nirgendwo sonst und nie mehr danach besteht diese Chance einer gegenseitigen Wahrnehmung. Die Wahl und die Stärkung des Berufskollegs würde bedeuten, dass der Kontakt von Jugendlichen verschiedenster gesellschaftlicher Gruppen untereinander und damit – um mit der Züricher Zeitung zu sprechen - eine ‚Prophylaxe gegen Gewalt‘ stattfinden kann. Ich wünsche uns allen eine neue Wertschätzung der Rohstoffe Geist und Liebe, die stets vor den Prämissen von Beruf und System stehen sollten.“

In seiner Amtszeit initiierte Schulleiter Martin Lohmann bedeutende Schritte für die Schulentwicklung und die Profilbildung „seines“ Berufskollegs, von denen hier nur die Schlaglichter erwähnt seien:

Besonders zählt dazu die schulprogrammatische Implementierung des Gedankens der Nachhaltigkeit auf allen Ebenen des Schullebens, die im November 2013 mit der offiziellen Auszeichnung des Adolph-Kolping-Berufskollegs als „1. Münsteraner FAIRTRADE-Schule“ mit der Urkunde der Initiative FAIRTRADE-Deutschland belohnt wurde.

Lohmanns Vision einer guten gesunden Schule, seine Initiative für konkrete Veränderungen in den Bereichen Gesundheitsförderung und Prävention und sein außergewöhnlicher Einsatz in der gesundheitsgerechten Qualitätsentwicklung im Rahmen des Landesprogramms „Bildung und Gesundheit“ (BuG) wurde im Mai 2014 mit dem „Schulentwicklungspreis“ honoriert.

Im November 2014 konnte der Schulleiter in den aufwändig und gelungen sanierten Fach- und Galerieräumen der Schülerfirma ARKADIEN GALERIE ARTOTHEK die legendäre Jahresausstellung „Schwarm“ des Beruflichen Gymnasiums für Kunst und Gestaltung am Adolph-Kolping-Berufskolleg eröffnen.

Nach der zweiten erfolgreichen Qualitätsanalyse (QA) wurde die Schule im selben Jahr offiziell zur „Pilotschule“ bei der Entwicklung der Kriterien für den 2. Durchlauf der QA in Nordrhein Westfalen erklärt.

Für die jahrelange erfolgreiche und wegweisende Partnerschaft in der Dualen Ausbildung und der erfolgreichen Vorbereitung künftiger Fachkräfte auf das Berufsleben folgte im Dezember 2014 die Auszeichnung des Adolph-Kolping-Berufskollegs durch die Industrie- und Handelskammer Nord Westfalen (IHK).

Im Mai 2015 initiierte und organisierte Schulleiter Martin Lohmann das WIN-Forum „Hidden Champions“, wo er nachhaltig für die große Bedeutung der Berufskollegs warb, die wie keine andere Schulform die wichtige Rolle als Mittler zwischen grundlegender beruflicher und allgemeiner Bildung wahrnehmen.

Für die erfolgreiche Teilnahme an der Landeskampagne „Schule der Zukunft – Bildung für Nachhaltigkeit“ (BNE) und die vorbildlichen und zahlreichen Aktivitäten der Schule für allseitige soziale, ökonomische und ökologische Nachhaltigkeit ist das Adolph-Kolping-Berufskolleg im November 2015 als „Schule der Zukunft" zertifiziert worden.

Im März 2016 eröffnete Schulleiter Lohmann nach umfangreichen Bauarbeiten die erste Großtagespflegestelle an einem Berufskolleg, die seitdem im Kollegium regen Zuspruch findet.

Last but not least fällt unter die Ägide Lohmanns noch die fantastische 100-Jahr-Feier des Adolph-Kolping-Berufskollegs im November 2016.

Und auch für die Zukunft hat Martin Lohmann noch Wesentliches für seine Schule beizusteuern: Es ist seiner Initiative zu verdanken, dass das Landesministerium für Schule und Weiterbildung NRW die 350 Schulleiter der nordrheinwestfälischen Berufskollegs zur Landesschulleiterkonferenz am 22. Juni 2018 nach Münster einladen wird. Die zuständige Ministerin Yvonne Gebauer wird aus diesem Anlass dem Adolph-Kolping-Berufskolleg einen exklusiven Besuch abstatten und dabei ein besonderes Augenmerk auf die vorbildliche Medienentwicklung der Schule und die Aktivitäten der Schülerfirma ARKADIEN GALERIE ARTOTHEK richten.

Und dann? Schluss mit Lustig? Ruhestand? Davon kann und wird bei Martin Lohmann nicht die Rede sein und so hat er es auch im Motto seiner anlässlich der Pensionierung verfassten Rückschau und Denkschrift formuliert:

„… gehe jetzt weiter …“

Wir wünschen unserem scheidenden Schulleiter auf allen weiteren Wegen viel Glück und vor allem beste Gesundheit und sagen: „Danke Martin!“

Text: Werner Grundhoff

Fotos: Sascha Stalberg und Ricarda Holz