Die Schulleitungen der Berufskollegs machen dem Schulausschuss ihre Anliegen deutlich: (v.l.) Günther Menke (Hans-Böckler-Berufskolleg), Karin Kietzmann (Anne-Frank-Berufskolleg), Martina Becker-Lenz (Ludwig-Erhard-Berufskolleg), Birgit Weise (Adolph-Kolping-Berufskolleg), Christoph Niehoff (Hansa-Berufskolleg) und Matthias Berger (Wilhelm-Emmanuel-von-Ketteler-Berufskolleg).

Die Arbeitswelt ist digital. Um ihrer zukunftsgerichteten Bildungsverantwortung gerecht zu werden, luden die Münsteraner Berufskollegs den Schulausschuss der Stadt Münster in das Ludwig-Erhard-Berufskolleg ein. Anlass der Einladung war das Anliegen die Bedeutung der Berufskollegs für den Wirtschafts- und Bildungsstandort Münster deutlich zu machen und unbedingt notwendige Investitionen in räumliche, sachliche sowie personelle Ausstattung einzufordern. Martina Becker-Lenz, Schulleiterin des Ludwig-Erhard-Berufskollegs, begrüßte die Anwesenden am 14. Mai erstmals in ihrer Schule. An den sechs Münsteraner Berufskollegs werden zur Zeit ca. 16.800 Schülerinnen und Schüler beschult und ausgebildet. Damit übernehmen die Berufskollegs zentrale Aufgaben zur Förderung und Sicherung des Fachkräftenachwuchses in Münster. Sie sind optimal vernetzt mit den ansässigen Unternehmen und den jeweils zuständigen Kammern und kooperieren in unterschiedlichen Zusammenhängen miteinander.

Alle an Bildung und Ausbildung Beteiligten erkennen die Notwendigkeit, die städtischen Berufskollegs zukunftsfähig zu gestalten. Der digitale Wandel verändert massiv das Leben und die beruflichen Anforderungen unserer Auszubildenden und Schülerinnen und Schüler. Es gehört zum Bildungs- und Erziehungsauftrag, ihnen die notwendigen Kompetenzen zu vermitteln. Hierfür legen die Berufskollegs den Medienkompetenzrahmen des Landes NRW zugrunde.
Das breite Spektrum des Bildungs- und Ausbildungsangebots der sechs Münsteraner Berufskollegs erfordert diese in ihren Bedarfen und der vorhandenen Ausstattung differenziert zu betrachten. Die Forderungen gegenüber Politik und Verwaltung aber sind gleichgerichtet.

Die Berufskollegs benötigen dringend:
• umfangreiche Sofortinvestition in eine zeitgemäße EDV-Ausstattung (Hard- und Software),
• ein nachhaltiges, finanzielles Engagement für Ersatzausstattung und Support sowie
• einen verbindlichen Zeitplan für die Umsetzung.

Um einen modernen und zukunftsgerichteten Unterricht gestalten zu können, wird flächendeckendes WLAN benötigt, cloudbasierte Speicherlösungen, Lernsoftware für die unterschiedlichen Bildungsgänge, Präsentationsmedien wie Beamer, Dokumentenkameras und PC-basierte Touchboards; außerdem Endgeräte für die Lernenden. Es sind Netzstrukturen zu schaffen, die kooperatives Arbeiten und Lernen ermöglichen. Schon jetzt ist der Support, der bislang von Lehrerinnen und Lehrern übernommen wird, nicht zu leisten. Die sechs Berufskollegs benötigen mindestens drei volle Stellen, der Dienstleister muss vor Ort sein.

Auch der Rat der Stadt Münster hat diese Notwendigkeiten erkannt und bereits in den Jahren 2014 und 2017 entsprechende Beschlüsse gefasst. Dort beschloss der Rat für die Schulentwicklungsplanungen am 22. März 2017 verschiedene Konkretisierungen ihrer Leitlinien, u.a. "(...) eine modernen technischen, wie auch lerndidaktischen Anforderungen entsprechende räumliche und technische Ausstattung sowie eine bedarfsgerechte Ausstattung an Hard- und Softwarekomponenten. Hierzu gehört unter anderem die flächendeckende Ausstattung mit WLAN."