Berufsprofil

Das Berufsprofil des Ausbildungsberufes umfasst vier handwerkliche Schwerpunkte: Bodenbelagsarbeiten, Polsterarbeiten, Anfertigen und Montieren von Raumdekorationen und Licht, Sicht- und Sonnenschutzanlagen, sowie die Durchführung von Tapezierarbeiten und Bespannungen an Wand und Decke.
In Absprache  mit dem Ausbildungsbetrieb wird zu Beginn der Berufsausbildung einer der vier Schwerpunkte als Ausbildungsschwerpunkt vereinbart und im Ausbildungsvertrag festgehalten. Die Regelausbildungszeit beträgt drei Jahre. Vor dem Ende des zweiten Ausbildungsjahres wird eine Zwischenprüfung (Fertigkeitsprüfung) abgelegt, in der der Auszubildende seinen  Ausbildungsstand nachweist. Dazu analysiert und plant der Prüfling eine Raumsituation, die er anschließend umsetzt. Zum Abschluss der Berufsausbildung wird die Gesellenprüfung (Fertigkeits- und Kenntnisprüfung) durchgeführt, in der eine Raumsituation erarbeitet (Analyse, Planung, Umsetzung) und im Kundengespräch reflektiert und begründet wird. Der vereinbarte Ausbildungsschwerpunkt wird dabei besonders gewertet.

Die Berufsausbildung zum Raumausstatter ist ein Sprungbrett für die Weiterbildung zum Handwerksmeister, Gestalter im Handwerk, zum Einrichtungsberater, zum Restaurator im Handwerk oder auch zum Innenarchitekten. Sie bietet, insbesondere in Verbindung mit der Meisterprüfung, eine gute Voraussetzung selbstständig einen Betrieb zu führen.

 

Tätigkeiten im Beruf der Raumausstatter

Raumausstatter gestalten, Räume in privaten Haushalten, Geschäftsräume und öffentliche Räume, wie z.B. Hotels, Kinos, Konferenzräume, Schulen und Verwaltungsgebäude. Sie führen Arbeiten vier unterschiedlicher Handwerke fachgerecht aus, und können so Raumsituationen ganzheitlich konzipieren, planen und umsetzen. Dazu entwerfen Sie Farbkonzepte und Materialkollagen für Wände, Böden, Decken aber auch für Möbel, Dekorationen und Accessoires. Außerdem umfasst das Arbeitsfeld von Raumausstattern die Instandsetzung von Polstermöbeln sowie die Planung und Montage von innen- wie außenliegenden Licht-, Sicht- und Sonnenschutzanlagen. Ihre Arbeiten führen Raumausstatter zu einem Teil vor Ort beim Kunden und zum anderen Teil in ihren Werkstätten (Beratungs- und Verkaufsräume, Nähatelier, Polsterwerkstatt) aus.

Für die Arbeit als Raumausstatter sind Material- und Verarbeitungskenntnisse vieler Materialien, wie Holz, Kunststoff, Metall, Leder und Textilien erforderlich. Dazu werden in der betrieblichen Berufsausbildung wie in der Berufsschule die erforderlichen Fertigkeiten vermittelt.

 

Anforderungen

In den zurückliegenden Jahrzehnten hat sich eine strukturelle gesellschaftliche Veränderung vollzogen. Die Einrichtungsbranche ist kurzlebiger geworden. Schnell wechselnde Einrichtungstrends haben lebenslang haltende Möbelgarnituren und Dekorationen, die oftmals vererbt wurden, abgelöst. Für breite Schichten der Bevölkerung haben sich die Werte verschoben. Kreativität, Innovation und nicht zuletzt der Preis bestimmen zunehmend die Einrichtungsszene. Dazu kommt, dass eine eloquente Kundenberatung und Betreuung, auch durch den Einsatz von Internet-Ressourcen, eine selbstverständliche Serviceleistung sein muss, wenn man sich am Markt behaupten möchte.

Daraus folgt, dass neben „hard skills“ (fachliche und methodische Kompetenzen) im Handwerk, auf technologischem Gebiet und auf dem Gebiet der neuen Medien, zunehmend  „soft skills“ (soziale und persönliche Kompetenzen: z.B. Anpassungsfähigkeit, Kontaktfähigkeit, Selbstständige Arbeitsweise, Sorgfalt, Teamfähigkeit, Zuverlässigkeit) an Wert gewinnen, beschult und ausgebildet werden müssen.

Technologische Entwicklungen

Wenngleich neben dem Computer  viele unterschiedliche Maschinen Einzug in das Raumausstatter-Handwerk Einzug gehalten haben, bleibt der Beruf des Raumausstatters überwiegend ein Handwerksberuf. Dieser deckt mit den vier Schwerpunkten das Tätigkeitsfeld vier einzelner Handwerke (Maler und Lackierer, Polsterer, Dekorateur, Bodenleger) ab und hebt sich damit durch seine enorme fachliche Breite von anderen Handwerken ab. Daraus ergibt sich die Stärke des Handwerks Raumsituationen anforderungsgerecht umfassend konzipieren, gestalten und umsetzen zu können. Deshalb hält im Raumausstatter-Handwerk in der Entwurfs- und Planungsphase zunehmend datenverarbeitende Systeme Einzug. Sie dienen nicht allein zur Planung und Kalkulation sondern sollen dem Kunden auch vorab einen Eindruck von dem zu erwartendem Arbeitsergebnis vermitteln.